Passivhaustagung Vintl

Verfasst von im Mrz 13, 2012 in Allgemein, Blog, Materialien
Passivhaustagung Vintl

BAUEN UND ENERGIE – PASSIVHAUSTAGUNG IN VINTL

Niedrigenergiehaus, Klimahaus, Energetische Sanierung, Passivhaus. Alle Begriffe drehen sich um die energiesparende Bauweise. Die Wortschöpfungen sind in aller Munde, über genaue Informationen, Kenntnisse über die Bauweise oder gar die technischen Anlagen, verfügt Otto-Normalverbraucher allerdings nicht.

Um Bauherren, Handwerkern, Planern und Interessierten Informationen über das Passivhaus zu geben, wurde von der Vereinigung IG-Passivhaus in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung am 12. und 13. November eine Tagung in der Grundschule Niedervintl organisiert. Zudem konnten am Samstag 13. November, am internationalen Tag des Passivhauses, Südtirolweit, und auch in Vintl bestehende Passivhäuser besichtigt werden.

Ein Passivhaus bietet seinen Bewohnern im Winter wie im Sommer höchsten Wohnkomfort und Behaglichkeit, ohne dafür ein energieintensives herkömmliches Heiz- oder Kühlsystem zu benötigen. Es zeichnet sich durch seine sehr gute Wärmedämmung und Winddichtheit aus, und bietet dank seiner hocheffizienten Komfortlüftung permanent frische Luft ohne Wärmeverluste.
Ein Passivhaus wird „passiv“ genannt, weil es über kein aktives Heizsystem verfügt, sondern seine Energie passiv aus anderen Quellen bezieht. Von der einstrahlenden Sonne bis hin zur Energie, die im Hausinnern anfällt wie die Abwärme der Bewohner, des Backofens oder der Beleuchtung. Ein Passivhaus ist nicht auf bestimmte Gebäudetypen beschränkt, und bei Neubauten, Umbauten und Sanierungen umsetzbar. EU Richtlinien schreiben den Passivhausstandart in Zukunft vor. Deutsche Städte wie Bremen oder Köln erlauben bei öffentlichen Neubauten schon heute nur noch diese Gebäudequalität.

Dr. Arch. Martin Stauder, Mitglied der IG-Passivhaus hat es im Vorfeld der Veranstaltung geschafft, namhafte Referenten zu den verschiedensten Themen rund um Bauen und Energie zu gewinnen, die in Kurzreferaten ihr Wissen zu Verfügung gestellt haben. Begleitend zu den Vorträgen konnte eine kleine Fachausstellung von Fachfirmen und lokalen Handwerkern organisiert werden, um zur Theorie auch die praktische Anwendung aufzuzeigen.

Nach der Eröffnung der Tagung durch den Bürgermeister Dr. Walter Huber referierte Dr. Dr. Ing. Ruben Erlacher über die Voraussetzungen und Merkmale von Gebäuden in Punkto Energieverbrauch sowie über die Unterschiede zwischen Neubau und Sanierung. Weitere Redebeiträge über anspruchsvolle Gebäudearchitektur und die Aufgabe und die Verantwortung der öffentlichen Verwalter, im Bereich der Energiesparenden Bauweise, folgten. Über den Nutzen und die Vorteile einer kontrollierten Wohnraumlüftung wurde ebenso gesprochen wie über Luftdichtheit, Photovoltaik und Elektrosmog.

Bei der Besichtigung einer, dem Veranstaltungsort nahen Baustelle eines Klimahauses A, konnten die Teilnehmer einer praktischen Vorführung eines Luftdichtheits- Tests beiwohnen. Viele technische Details des Gebäudes, die im Rohbauzustand sichtbar, im Endzustand jedoch verborgen sind, wurden von den Anwesenden durchdiskutiert und begutachtet.

Das Passivhaus in Südtirol findet immer mehr Anhänger und Freunde. Planer und Handwerker müssen sich in Ihrer Tätigkeit vermehrt auf diese Gebäudequalität einstellen. In Zeiten von knappen Energieressourcen scheint es wohl nur eine Frage der Zeit, bis das Passivhaus zum verpflichteten Standard wird. Den Besuchern der Tagung wurde die zukunftsträchtige Bauweise auf jeden Fall näher gebracht. Die Zahl der Besucher und das starke Interesse an der Technologie, bestärken die Mitglieder der IG-Passivhaus, auch in Zukunft weitere Aufklärungsarbeit zu leisten.

Ein herzlicher Dank geht an Alle, die mit Ihrer Unterstützung die Veranstaltung mitgetragen haben.