Bauvorhaben: Wettbewerb für eine Sportzone
Auftraggeber: Gemeinde Algund
Ort: Algund bei Meran / Südtirol
Verfasser: Dr. Arch. Martin Stauder

Die Idee hinter der Gestaltung des Areals besteht darin, möglichst wenig spürbare Grenzen in Form von Zäunen oder hohen Mauern zwischen den einzelnen Nutzungsbereichen aufzubauen. Nichtsdestotrotz soll es eine klare Einteilung und Gliederung der Flächen geben. Durch Nutzung des leicht abfallenden Geländes gelingt es, mithilfe von Trockenmauern, eine Zonierung über verschiedene Höhenniveaus zu schaffen, ohne dabei auf Zäune oder dergleichen zurückgreifen zu müssen.

Der natürliche Fluss des Geländes wird zusätzlich durch einen Wasserlauf verstärkt, der die verschiedenen Bereiche verbindet. Die lockere Gestaltung des Areals findet sich auch in der Bepflanzung wieder, welche durch Obstbäume charakterisiert wird. Die Besonderheit von Obstbäumen besteht vor allem darin, von der Kirschblüte über Marillen und Pflaumen bis zur Apfelernte den Verlauf der Jahreszeiten spürbar zu machen. Das gesamte Gelände ist so angelegt, dass es dem späteren Nutzer ein Maximum an Gestaltungsspielraum lässt, ohne dabei unstrukturiert zu sein. So wird garantiert, dass das Projekt von der Bevölkerung angenommen wird und einen ganz besonderen lokalen Stempel erhält!

Phase_1 legt den Grundstein für die Entwicklung des Areals. Das leicht abfallende Gelände wird teils sanft durch naturnahe Trockenmauern aufgefangen, teils fließt es in natürlichem Gefälle von einem Nutzungsbereich in den anderen über. Die Obstbäume, die gefällt werden, finden in ursprünglicherer, aufgelockerter und differenzierter Form wieder ins Gelände. Es wurde bewusst auf eine trennende und stark einteilende Gestaltung der Flächen verzichtet, um den Nutzern im Nachhinein möglichst viel Möglichkeit zu bieten, dem Areal ihren eigenen Stempel aufzudrücken.

Die Trockenmauern sind das Herzstück der Geländegestaltung: sie ermöglichen ebene Flächen, schaffen durch ihre geschwunge Form Nischen und Kleinbereiche und dienen dank ihrer naturnahen Bauform als Erkundungsfeld und Spielzeug für Kinder. Lauben, die sich in die Mauernischen legen, bilden Treff- und Erholungspunkte.

Gestaltungsobjekt und Naturerlebnis zugleich ist auch der Wasserlauf, der von der Etsch abgeleitet, durchs Gelände fließt und sowohl Kindern als auch Jugendlichen und Kletterern aus dem Boulderpark Abkühlung spendet. Der Wasserlauf speißt einen kleinen Naturteich, der sich im Minigolfbereich befindet und mit Gelände und Wasserlauf eine interessante Anlagengestaltung verspricht.

Das zentral gelegene Servicegebäude im Mindestabstand zum Fluss bedient sowohl den Radweg als die auch Besucher des gesamten Areals und beherbergt Mehrzweckraum und Sanitäranlagen. Die oberirdische Stockschützen-, Kegel- und Bocciabahn kann von der Bar aus unterirdisch auch als Kegelbahn genutzt werden.

Dank der großzügigen Freiflächen um die Bar bietet sich eine spätere Angliederung des Jugendzentrums an. Beachvolleyball- und Tennisplätze im Osten der Bar runden das Freizeitangebot ab und lassen auch den Mannschaftssport nicht zu kurz kommen. Die Tennisplätze könne darüberhinaus im Winter als Eislaufplatz genutzt werden.

Phase_2 reagiert auf entstandene Bedürfnisse in Phase_1 und vervollständigt das Sport- und Freizeitangebot. Im Westen wird das Naherholungsgebiet für Kinder, Eltern und Senioren in Anlehnung an Phase_1 mit Nischen, Trockenmauern, Obstbäumen und Lauben erweitert.

Der Boulderpark wird Richtung Norden auf die andere Wegseite erweitert.

Der Hartplatz westlich des bestehenden Fußballplatzes soll vom Platz selbst abgetrennt, um etwa 2m erhöht auch abseits vom Vereinsgeschehen allen zugänglich sein. Dieser Multifunktionsplatz soll Basket-, Hand- und Volleyballspiel ermöglichen. Weiter westlich soll ein neuer Rasenplatz entstehen, der sowohl vom örtlichen Fußballverein, als auch von der Allgemeinheit oder auswärtigen Mannschaften als Trainings- bzw. Bolzplatz genutzt werden kann.

Die östliche Erweiterung des Areals bietet einen weiteren Beachvolleyballplatz und Tischtennistische, sowie einen Slacklinepark und einen Skatepark. Die leicht abschüssige Wiese kann im Winter als Rodelhügel genutzt werden.